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Staatsverschuldung in Deutschland Drucken E-Mail
Dienstag, den 19. Juli 2011 um 07:46 Uhr

buergerschulternDie Schulden von Bund, Länder und Gemeinden haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Der Schuldenstand ist im Zuge „alternativloser Regierungsentscheidungen während der Finanz unschuldenbergd Wirtschaftskrise“ per Ende 2010 auf 1.998,8 Mrd. € angewachsen. Der Rekord Schuldenberg ist damit im abgelaufenen Jahr 2010 um 304 Mrd. € (18 %) angestiegen. Ein so gewaltiger Schuldenanstieg ist einmalig in der Historie der Bundesrepublik Deutschland. Die Pro‐Kopf‐Verschuldung pro Bundesbürger ist somit auf 24.450 € angewachsen (Jahresanfang 2010: 20.698 €; per 30.09.2010: 21.882 €). Der deutsche Bürger tut sich schwer bei der Bewertung der Staatsschulden. Ist unsere Staatsverschuldung von rund 2 Billionen € ein ernsthaftes Problem? Oder sind 2 Billionen unbedenklich, da diese Schulden durch Wirtschaftswachstum und staatliche Steuereinnahmen gedeckt sind?


Betrachten Sie die Staatsverschuldung doch einmal so, als wäre die Bundesrepublik Deutschland Ihre Firma, die Staatsschulden somit die Schulden Ihrer Firma und das „Bruttoinlandsprodukt (BIP)“ der Firmenumsatz. Für Deutschland übersetzt heißt dies, dass Ihre Firma Schulden in Höhe von 80 % des Jahresumsatzes hat –würde dies Ihre Bank finanzieren?

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Für 1,7 Billionen € Schulden hat der Staat (= wir Bürger) 2009 bereits rund 71 Mrd. € Zinsen bezahlt, was einer durchschnittlichen Belastung von ca. 4,2 % entspricht. Da das Zinsniveau für langfristige deutsche Staatsanleihen derzeit deutlich tiefer liegt, erhöhte die_plaenesich unsere Zinsbelastung trotz steigender Neuverschuldung in den vergangenen Jahren nicht wesentlich. Für „Ihre Firma BRD“ können Sie also, zumindest vorläufig Entwarnung geben – trotz hoher und weiter steigender Schulden. Insgesamt fließen jedoch nach aktuellen Zahlen bereits rund 15 % des Bundesetats in Zinszahlungen. Diese Entwicklung stimmt uns besorgt. Zumal wenn Sie diese Zahl ins Verhältnis zur Sparquote setzen: während der durchschnittliche Bundesbürger rund 11 % seines Jahreseinkommens auf die hohe Kante legt, muss der Staat bereits 15 % seines Einkommens ausschließlich für Schuldzinsen ausgeben, während er seine Verschuldung zunehmend Jahr für Jahr erhöht!

Wie ist die Lage in anderen Ländern? Das durch Schulden erkaufte Wachstum in den USA erscheint sehr bedenklich. Experten erwarten bereits ein weiteres, drittes Gelddruckprogramm „QE 3“. Präsident Obama verkündete zwar, das Haushaltsdefizit senken zu wollen – trotzdem plant man auch in den kommenden Jahren Haushaltsunterdeckungen von über einer Billion $ pro Jahr. Wie sich inzwischen abzeichnet, leistet sich die USA ein neues Rekord‐Staatsdefizit von wohl mindestens 1.650 Mrd. $ in diesem Jahr (ca. 12 % des BIP). Ein riskantes Experiment, dessen Ausgang niemand kennt.

(diese Zahlen beziehen sich auf Ende 2009)

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Quelle: HwV FinanzNews Ausgabe 1 - 2011

 
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